Die Nazgûl

Einst waren diese mächtige Menschenkönige, doch dann kam Sauron und schenkte ihnen 9 der 19 (wenn man den Einen weglässt) Ringe. Diese nutzen sie nun nur zu ihrem eigenen Gunsten, doch eigentlich wurden die Ringe und bald auch ihre Träger allein von dem Einen, dem Ring der Macht, den Sauron geschaffen hatte, beherrscht. Immer und immer mehr verfielen die neun Könige den Ringen, und obwohl sie durch die Macht dieser ein viel längeres Leben als "gewöhnliche Sterbliche" hatten, wurden sie schließlich zu willenlosen Geistern, die nur ihr Dasein fristeten um Sauron, dem Dunklen Herrscher, zu dienen und seine Sklaven zu sein. Schwarze Kapuzenmäntel trugen sie und hatten keine physische Gestalt. Auf ihren Köpfen saßen Helme und auf dem ihres Anführers, dem Hexenkönig von Angmar, wie er von den Menschen bezeichnet wurde, befand sich zusätzlich noch eine stählerne, ohne jeglichen Glanz verziehrte Krone. Zum ersten mal traten diese gefürchteten Wesen, die von den Orks Nazgûl genannt wurden, was in der Sprache der Menschen so viel bedeutete wie "Ringgeister", im 23.Jahrhundert des Zweiten Zeitalters der Sonne. Sie durchstreiften Arda und brachten großes verderben. Als Waffen benutzten sie Keulen, lange, dünne Schwerter von Stahl und vergiftete Dolche, wahrscheinlich einer ihrer gefährlichsten Waffen. Aber allein schon ihre Anwesenheit ließ schieres Entsetzen ausbrechen, einen zittern. Und aus dem Schatten ihrer Kapuzen stachen feurig rotglühende Augen heraus, wenn sie wütend waren. Einige der Nazgûl beherrschten auch Zaubersprüche, dunkle, böse Formeln. doch dann, kam ihr (vermeintliches) "Ende", denn Sauron wurde nach einer Siebenjährigen Belagerung in dem Krieg des Bündnisses zwischen Elben und Menschen vernichtend geschlagen und besiegt. So verschwanden sie für einige Zeit aus Mittelerde.

Jedoch, im Dritten Zeitalter der Sonne im 14.Jahrhundert kehrten die Ringgeister zurück, denn der Eine Ring war ja noch nicht zerstört worden, und nur mit dessen Vernichtung konnten sie gänzlich untergehen! Jetzt aber zog es die Nazgûl nach Carn Dûm, einer Festung, welche im Norden von Ariador lag. Dort scharrte Sauron nämlich eine neue Armee aus Orks um sich. von nun an begannen die Kriege der Ringgeister zwischen den Dunedain von Arnor und schließlich gelang es den Geistern sogar deren letzte Stadt, Fornost, dem Erdboden gleich zu machen. Allein, der Hexenkönig hatte sich wohl zu früh gefreut, denn nicht lange dauerte die Freude seines Sieges an. Bald wurde er von den Elbenkönigen Cirdan und Glorfindel vernichtend geschlagen. - Trotzdem! Sauron und so auch der Nazgûlfürst blieben am Ende doch die Sieger, denn das Reich Arnor war unbedeutend geworden und hatte jegliche Macht verloren. Jetzt aber, denn es gab in dieser Gegend nichts mehr zu verrichten, zog sich der Hexenkönig nach Mordor zurück, während einer der Nazgûl, Khamul (ein damaliger Ostling), so wie Sauron im Düsterwald verharrten und abwarteten. - Denn eine Zeit würde kommen, in dem der Dunkle Herrscher von neuem erstarken würde. 

Und sie kam! Im Jahre 2000 verließen die Nazgûl Mordor nochmals um gegen die Dunedain zu kämpfen, wobei sie Minas Ithil ("Turm des Mondes") einnahmen. Aber von nun an hieß diese Stadt nicht mehr so, nein, sie wurde "Minas Morgul" - "Stadt der Schwarzen Magie" genannt und von allen Menschen, und Wesen, die nicht auf Saurons Seite standen, gemieden und gefürchtet. (siehe auch den Link "Über die Stadt der schwarzen Magie") 

Jedoch, auf dem eigentlichem Höhepunkt Saurons und der Nazgûl neuerworbenen Macht, kamen sie erst jetzt, im Jahre 2915. Denn Gerüchte gingen um, dass der Eine Ring wiedergefunden sei! Und zwar im Auenland von einem "Beutlin". So ritten die Ringgeister aus, den Ringträger zu finden und ihm den Einen abzunehmen! Beinahe hätten sie es sogar geschafft, denn sie verletzten Frodo Beutlin auf der Wetterspitze mit einem ihrer vergiften Dolche, und nur knapp entkam der Ringträger seinem Ende. Dafür erlitten die Nazgûl eine Niederlage, da sie bei der Überquerung der Bruinenfurt durch eine Flutwelle (die aussah wie weiße Reiter auf weißen Pferden) weggespült worden und so körperlos nach Mordor zurückkehren mussten. Jedoch, die Ringgeister kamen wieder! Bei dem Angriff auf Minas Tirith hatte der Hexenkönig den Oberbefehl. Außerdem ritten sie nun auf Geflügelten Untieren, die wie riesengroße, nackte Vögel aussahen, und waren somit noch stärker. Allein, auch dies half dem Nanzgûlfürst nicht. Sein Schicksal war schon besiedelt! Als er schon den Sieg über Minas Tirith so gut wie in den Händen hielt, geschah es, dass ihm Eowyn, die Maid von Rohan, gegenübertrat. Wie eine alte Weissagung im schon prophezeit hatte, konnte er von keines Mannes Hand getötet werden. Aber Eowyn war kein Mann! Schließlich besiegte sie den Hexenkönig und entschied somit wohl schon den Ausgang dieser grausamen schlacht: Die "Guten" siegten! Trotzdem aber kämpften die übrigen Ringgeister wieder in der Schlacht vor dem Schwarzen Tor, doch hier blieben sie erfolglos, denn ihr Untergang, und der, des Dunklen Herrschers, stand schon bevor! Frodo Beutlin, der Ringträger warf nämlich den Ring in den Schicksalsberg und als noch die Nazgûl ihrem Meister zu Hilfe eilen wollten, wurden sie gänzlich und ohne irgendeine Aussicht auf Wiederkehr vernichtet.